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Das Mikrobiom im Darm gute Freundin unserer Gesundheit

Sie sind ganz natürlich fast überall in unserem Körper vorhanden, aber ganz besonders im Darm. Die Mikroben, diese Kleinstlebewesen,  beeinflussen wesentlich unsere Gesundheit. Die Wissenschaftler nennen die Gesamtheit dieser Mikro-Organismen – Bakterien, Hefen, Pilze, Viren, usw. – Mikrobiom.

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Nur wenige Menschen wissen es. Die Mikroben sind Bestandteil unseres Lebens. Manchmal verschlechtern sie die Gesundheit. Aber, glücklicherweise, tun sie in viel mehr Fällen Gutes! Nehmen wir zum Beispiel unseren Darm. Er allein beherbergt rund 100 000 Milliarden (!) von Bakterien, die ganz harmonisch mit uns leben. Sie machen 1 bis 2 Kilos unseres Körpergewichts aus und sind auf 800 bis 1000 unterschiedliche Arten aufgeteilt. Und sie sind nicht nur in unserem Verdauungstrakt vorhanden, sondern auch auf unserer Haut, im Mund, in der Vagina – auch wenn Laurent Naudon, Wissenschaftler und Leiter des „Institut de Recherche Agronomique français“ erklärt: „95% des Mikrobioms befindet sich im Darm.“

Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Entwicklung dieses Mikrobioms im Darm: Vererbung, Ernährung, Geburtsort, und natürlich das Alter der Person. Kurz, jeder Mensch besitzt ein einzigartiges und ganz persönliches  Mikrobiom. Es ist mit seiner Lebensgeschichte, seinen Gewohnheiten, seiner Umgebung eng verknüpft und spielt eine fundamentale Rolle in der Bewahrung der Gesundheit.

Faktor für gute Gesundheit
Weit davon entfernt, ein „schädliches Nest von Mikroben“ zu sein, ist das Mikrobiom  im Darm in Wirklichkeit ein wichtiger Faktor für gute Gesundheit. Das haben neuste Studien bewiesen. Und dies auf vielfältige Weise. Zuerst einmal, weil diese Bakterien, die wir beherbergen, eine erste physische Schutzbarriere darstellen, die die Krankheitserreger daran hindert, unseren Darm zu bevölkern und unsere Gesundheit zu schädigen. Dann aber auch, weil sie auf vielen Ebenen in die Körperfunktionen eingreifen: Bei der Ausscheidung von Giften, bei der Aufnahme von Vitaminen, bei der Produktion von kurzkettigen Aminosäuren, und nicht zuletzt bei der Stärkung unseres Immunsystem. Denn 50 bis 70% der Immunzellen unseres Körpers befinden sich in unserem Darm.

Aus verschiedenen Gründen (Krankheiten, Infektionen, einschneidende Veränderungen der Ernährung oder Umgebung, Schwächung des Immunsystems, Einnahme von Medikamenten, vor allem Antibiotika, usw.) kurz, jede Störung des Gleichgewichts des Mikrobioms kann sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken und zu schweren Erkrankungen führen. Dazu gehören natürlich Störungen der Verdauung, die sich in schmerzhaften Darmentzündungen äussern können. Aber auch in Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Fettleibigkeit, sowie Allergien, Auto-Immunerkrankungen, Autismus, neurodegenerative Erkrankungen (Parkinson, Alzheimer), Stress, Angstattacken…

Einfluss auf das Nervensystem
Der Einfluss eines gestörten Mikrobioms auf unser Nervensystem ist besonders hervorzuheben. Gut zu wissen, dass sich allein in unserem Darm rund 200 Millionen Neuronen befinden. Deshalb nennen Wissenschaftler unseren Darm auch „zweites Hirn“ unseres Organismus. Eine treffende Metapher, die gut die neurologische Wichtigkeit des Mikrobioms illustriert, denn der Darm und das Hirn sind durch echte „Nerven-Autobahnen“ eng miteinander verknüpft. Man bezeichnet sie sympathisches, respektive parasympathisches Nervensystem.

Kürzlich durchgeführte Studien lassen annehmen, dass das Mikrobiom eine wichtige Rolle in der Kommunikation zwischen Darm und Hirn spielt und so die Hirnfunktion beeinflussen kann. Dazu der französische Wissenschaftler Laurent Naudon: „Bei depressiven Personen oder solchen, die unter gewissen neuro-vegetativen Erkrankungen leiden, hat man eine Veränderung des Mikrobioms im Darm festgestellt.“

Rolle der Probiotika
Aufgrund des starken Einflusses des intestinalen Mikrobioms auf unsere Gesundheit  sollten wir auf seine Balance mit der genau gleich grossen Aufmerksamkeit achten  wie wir es tun, um das Überlaufen der Milch auf dem Herd zu vermeiden. Dazu die Aussage des Professors Bruley des Varannes, Chef der Hepato-Gastroenterologie am CHU von Nantes/F: „Ein Probiotikum ist ein Wirkstoff, der von einem lebenden Mikro-Organismus stammt. In genügender Menge zugeführt, entfaltet es einen  therapeutischen Effekt auf die im Darm angesiedelten Mikroben.“

Klar ausgedrückt, handelt es sich dabei um lebende Bakterien, die, in Form von fermentierten Milchprodukten oder Nahrungsergänzungsmitteln dem Körper zugeführt, einen positiven Nutzen entfalten, indem sie das Mikrobiom stärken. So spielen sie eine wichtige Rolle in der Vorbeugung von Durchfall in Zusammenhang mit der Einnahme von Antibiotika, aber auch von infektiösem Durchfall, von Gastroenteritis (Magen-Darm-Entzündungen) und sogar von funktionalen Darmstörungen wie dem berühmten Syndrom des Reizdarms.

Die Darmflora wieder herstellen
„Die Probiotika sind interessant, um die Balance der Darmflora wieder herzustellen, die zum Beispiel durch die Einnahme von Antibiotika gestört ist“, so die Meinung von Prof. Bruley des Varannes. Und weiter: „Sie haben sich ebenfalls bei gewissen, durch Entzündungen verursachten Krankheiten als positiv erwiesen, wie Colitis ulcerosa (Entzündung des Dickdarms). In den kommenden Jahren werden wir sehr wahrscheinlich in der Lage sein, eine personalisierte Charakterisierung des Mikrobioms vorzunehmen,  um die Verwendung von Probiotika noch gezielter einzusetzen.“

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